„mit Glas malen“
Amir Bonakdar ist im Iran geboren und aufgewachsen, schloss seine schulische Ausbildung dort ab und wurde zum Lehrer ausgebildet. In Deutschland machte er sein Abitur, studierte und wurde Unternehmer.
Seine Rückbezüge zu seiner Geburtsheimat sind nach wie vor deutlich und stark. Dies ist in der Naturnähe der künstlerischen Arbeiten ebenso erkennbar, wie in der starken Symbolik, die gewählt wird.

Natur und Symbolik drücken sich in seiner Glaskunst aus.
Er bringt in ihr die Tradition der persischen Mosaikbilder mit Glasbruch zusammen. Seine derzeitigen Bildmotive sind Tiere, Pflanzen und Menschen. Indem er eine Vielzahl von Glasstücken und Glassplittern zusammenfügt, entstehen Glaskörper mit festen Umrissen und zugleich schimmernden, spiegelnden, leuchtenden Oberflächen.
Naturalisierend erscheinen die Körper und Pflanzen, um bei genauerem Hinsehen sich aufzulösen in vielfach gebrochenen Strahlen. Seit Jahren arbeitet Amir Bonakdar mit buntem Glas. Er verwendet dabei gebrauchtes Glas jedweder Herkunft, wählt dessen vorgefundene Formen oder zerteilt dies wieder so lange, bis es den Körper möglich macht, den er in seinen Entwürfen vorsieht. So entstehen Darstellungen von Natur, wie wir sie in Europa nicht mehr als alltägliche Erfahrung kennen. Die gebrochenen, aber lichtdurchfluteten, lichtlebendigen Figuren sind eine Verbeugung vor der Natur, deren Teil wir sind, – die uns unter der Hand verloren geht.
Die aktuellen Arbeiten unterscheiden sich von den frühen Arbeiten, die noch viel mit Spiegelsplittern aufwarteten (Pfau; Meerjungfrau; Bärwolf) oder eine Mischung aus Spiegelsplittern und Glassplittern bildeten (Schmetterling, Pinguin, Schwan, Papagei,Liebelle usw). Es sind Licht-Bilder, mal zweidimensional, mal dreidimensionale Reliefs (Krokodil), die nahe am Tier, an der Pflanze sind, und zugleich eine geschickte, handwerklich ausgearbeitete, Spur der Annäherung an menschliche Vorstellungswelten liefert. Die Vorstellungen, die Amir Bonakdar vertritt, kommt in dem Satz zu Ausdruck: „Ich liebe die Natur“.
Seine „Malerei mit Glas“ ist ein Malen mit Licht. Die Farben sind darin weniger wichtig, als die Sprünge, die die Lichtstrahlen machen. Die Arbeiten sind Kompositionen aus Glasbruch und sich brechenden Lichtes in den künstlichen Glaskörpern.